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Keine Leseabende mehr...

Jochen Trumm, Veranstalter der Leseabende hat beschlossen, keine weiteren Leseabende mehr durchzufürhen. Der letzte Leseabend wurde im März 2010 durchgeführt.

 

Leider wurden die letzten Leseabende nicht mehr so rege besucht und "fürs Personal" brauchen die Leseabende nicht durchgeführt werden.

Natürlich besteht die Möglichkeit, dass sich ein anderer 'Veranstalter' bereit erklärt, künftig die Leseabende durchzuführen. Bei Interesse bitte gerne in der Dorfbücherei melden.

 

 

 

 

„Wir haben unser Format gefunden“, so Jochen Trumm, Sprecher der Arbeitskreise der Dorferneuerung. Doch er spricht nicht von Dorfbild, Wegebau und Co-Finanzierung, er meint ein ganz besonderes Stück Kultur im Dorf: ist stolz auf die Dorfbücherei Schwabbruck und ihre Aktivitäten.

 

Vor drei Jahren wurde sie geboren, die Idee, im 900 Seelen Dorf, eine eigene Bücherei zu haben. Angedacht, begonnen, umgesetzt. Kein Geld, aber viel Unterstützung aus der Bürgerschaft und ein Freundeskreis, fast kann man sagen deutschlandweit, der diese kleine Bücherei, das was hier geschieht, bewundert und liebt. „Mittlerweile haben wir an die zweieinhalbtausend Titel. Geschenkt, so gut wie alles geschenkt.“ 

Vom Heile-Welt-Roman bis zum Psychothriller, aktuelle Bestseller und die deutschen Klassiker, der kleine Gedichtband neben der 1000 Seiten „Schwarte“. Wer hier durch die Regale stöbert, den überrascht manche Rarität. Wohlgeordnet, und doch ein buntes Gemenge, das den einst so nüchternen Raum geradezu heimelig wirken läßt.

 

Antonie Pfettrisch, sie ist die „Seele“ dieser kleinen dörflichen Institution. Hat das Dorf eingebunden in die Arbeit rund ums Buch, „rekrutiert“ die Betreuerinnen für die Öffnungszeiten, organisiert das Vorlesepersonal für die Kindernachmittage, betreut mit Tee und Kuchen, bereitet vor, dekoriert, räumt auf: Chefin und ‚Mädchen für Alles’ zugleich.

 

Die Wintermonate sind Vorlesezeit in Schwabbruck, 14-tägig für die Kinder - und die Mütter der Kinder sind mit eingebunden. „Mütter können einfach vorlesen“, so Antonie Pfettrisch, „jede hat ihren eigenen Stil und so soll es auch sein.“

Lesen, zuhören, malen dürfen, Tee trinken und das große Kuchenbröseln, das gehört dazu, das macht diese erfolgreiche Mischung, die jedesmal gerne wiederkommen läßt.

Auch Vorlesen für Erwachsene war von vornherein Zielsetzung. „Im ersten Jahr war´s zäh, sehr zäh, doch heute sind wir froh, daß wir durchgehalten haben. Wir hatten Vorleser, die kamen aus München, aus Berlin, aus dem Dorf und seiner Umgebung. Der Fernsehregisseur, die Synchronsprecherin, die Buchhändlerin, der Meßingenieur. Wer Freude hat am Buch, an Wort und Sprache und, wer sich auch traut, hier kann jeder lesen.“

 

Eine Stunde, Autoren und Bücher, vorgestellt und ein wenig hineingelesen, als literarische Anregung für die zuhörenden Gäste. „Wieder mal andere Sprache hören, am Abend eine Stunde lang abschalten, den Geist „verwöhnen“ lassen. Zuhören, Teetrinken, Gespräche.“ So erläutert Jochen Trumm, was er mit den Schwabbrucker Leseabenden erreichen wollte.

 

Das Auerbergland, die Dorfkulturtage vom vergangenen Jahr, sie regten an, schufen Kontakte und die Schwabbrucker nutzen sie.

Dietrich Kothe, in Hohenfurch zu Hause, dort hatte man ihn gehört - jetzt kam er nach Schwabbruck. Mit dem eigenen Werk, „Bärlapper - Ein ländlicher Fortgang“, las, rezitierte seine Lyrik, erläuterte, beantwortete Fragen, bannte die Zuhörenden mit seiner  Gedankenwelt. Einen Dichter zum Anfassen, das hat man nicht alle Tage.

 

„Wir haben Gäste aus dem Auerbergland“, unter diesem Motto war der Abend angekündigt. Und so umrahmte und begleitete das literarische Geschehen eine kleine Besetzung der ‚Schwabbrucker Stub´nmusi’, hier und dort im Auerbergland daheim. Ein geradezu familiärer Abend. Man kennt sich, hat zu einander gefunden, fühlt sich wohl in dieser so traut gestalteten Athmosphäre.

 

Das ‚Team von der Dorfbücherei’ hat sein Format gefunden. Und die Schwabbrucker Leseabende ihr Publikum.           (jt)