Im Westen der von vielen Kirchen- und Klosterbauten bestimmten Kulturlandschaft Pfaffenwinkel liegt Altenstadt, die ursprüngliche Stadt Schongau.
Altenstadt wurde geschichtlich geprägt von der nahe am Ort vorbei führenden, im Jahre 45/46 n. Chr. erbauten Via Claudia. Als einzige kaiserliche Heer- und Handelsstraße über die Alpen verband sie Oberitalien mit Augsburg. Ihr Verlauf im Gemeindebereich ist noch heute teilweise nachweisbar (siehe Gedenkstein) am östlichen Ortseingang. Seit einiger Zeit gibt es regional (Auerbergland) und länderübergreifend (Italien, Osterreich und Deutschland) intensive Bemühungen, die einstige internationale Verkehrsader touristisch und kulturell zu beleben.
Neben der erwähnten Via Claudia verlieh die Welfenherrschaft zwischen Ammer und Lech dem ursprünglichen Ort Schongau zentrale Bedeutung. Der Bau der alpenländisch romanischen St. Michaelsbasilika, teilweise auf den Grundmauern einer Kirche aus der karolingischen oder Ottonischen Epoche im letzten Viertel des 12. Jhd, zeigt sich auch heute noch in einer monumentalen Größe.
Etwas im Schatten der Basilika steht die am nördlichen Ortsrand von Altenstadt gelegene ehemalige St. Lorenzkirche, ebenfalls wie diese ein romanisches Bauwerk aus Tuffsteinquadern, jedoch einschiffig, in der Mitte des 12. Jhd. anstelle einer Vorgängerkirche errichtet. Seit 1812 wird sie als bäuerliches Wohnhaus genutzt. Ob und inwieweit sie mit der Welfengeschichte in Verbindung steht, ist nicht geklärt.
Romanische Fragmente weist auch die Pfarrkirche Hl. Kreuz im Ortsteil Schwabniederhofen auf. Altenstadt kann man deshalb einen "Ort der Romanik an der Via Claudia" nennen.
Mit der heutigen Stadt Schongau verbindet Altenstadt eine rund 600-jährige gemeinsame Geschichte. Erst seit 1818 ist Altenstadt selbständige Gemeinde. Sie war bis 1937 ein Ort mit typisch dörflicher Prägung, ab 1938 bis 1945 mit Kasernen und Flughafen ein Garnisonsstandort. Ab 1947 begann mit der Nutzung leerstehender Wehrmachtsgebäude die wirtschaftliche Entwicklung mit Industrie-, Gewerbe-, Handwerks- und Dienstleistungsbetrieben.
Durch die Errichtung einer Luftlande- und Lufttransportschule der Bundeswehr im Jahre 1956 wurde Altenstadt nach 11 Jahren wieder Garnisonsort. In der Franz-Josef-StraußKaserne werden Soldaten aus aller Welt zu Fallschirmspringern ausgebildet.
Mit seinen über 3200 Einwohnern ist Altenstadt wohl noch ein Dorf, in dem sich Einheimische und Zugezogene wohlfühlen.
Das romanische Juwel des Pfaffenwinkels, die Basilika St. Michael, das geschichtliche Wahrzeichen des Ortes, hat mehr als 800 Jahre nahezu unverändert überdauert. Ihre Architektur und Ausstattung versinnbildlichen die Glaubensvorstellungen des 12. Jhd. Sie war über die Zeiten hinweg die religiöse Mitte der Pfarrgemeinde und ist es auch heute noch, In ihr versammeln sich die Gemeindemitglieder zum Gottesdienst, feiern die Feste des Jahreskreises und des Lebens.
Nähere Informationen über die Gemeinde Altenstadt mit Schwabniederhofen finden Sie unter www.altenstadt.org