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Ostern 2011

O S T E R N - Glaube mit Rest-Risiko ?!

Die Erdachse hat sich durch das Erdbeben im Pazifischen Ozean um 20 cm verschoben. Das beeinflusst, nach Aussage der Wissenschaftler die Rotation der Erde.

Die Erde „torkelt“, so stand in der „Tagespost. Aber das bezieht sich nicht nur auf unseren Globus, sondern noch mehr auf das, was darauf geschieht.

Die Ereignisse der letzten Monate haben unsere Selbstsicherheit und den Glauben an die fast grenzenlose Machbarkeit der Technik und auch die Organisationsfähigkeit der Kirche aus dem Gleichgewicht gebracht.

Fast schon vergessen, aber noch längst nicht bereinigt ist die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Und nun der ZUNAMI vor der Küste Japans mit der vor 14 Tagen gemeldeten Zahl von 20 000 Toten und Vermissten. und der apokalyptischen Zerstörung von Hab und Gut der Menschen. . Dazu der „Supergau“ in den Atomkraftwerken und die Hilflosigkeit der Fachleute. Die Atomare Bedrohung lässt den Ruf nach dem Ende des Atomzeitalters immer lauter werden.

Die eindrucksvolle Entwicklung der Technik führte zu großartigen Erfolgen, ohne die wir uns das Leben nicht mehr vorstellen können. Die zerstörerischen Risiken aber lassen mich immer auch an den „Zauberlehrling“ von Goethe denken: „Die Geister, die ich rief, die werde ich nimmer los!“

Nur der Tod ist tod-sicher! Und gerade dazu brauchen wir eine hoffnungsvolle Antwort. Sicher lässt sich die Botschaft von der Auferstehung nicht „beweisen“ . Der innere Aufbruch aus den Zweifeln zum Glauben ist gefordert, von jedem ganz persönlich, auch mit dem „Rest-Risiko“, dass – außer Jesus - noch keiner zurückgekommen ist.
Das Bild vorne auf dem Pfarrbrief will ein Erklärungsversuch sein:
Das Dunkel wird aufgesprengt. Aus dem unscheinbaren Grün der Hoffnung explodiert das LICHT der Auferstehung JESU , sein Sieg über den Tod. Die ungeübten Augen des Glaubens öffnen sich, im Aufbruch aus dem Dunkel der Angst, der Trauer und der Zweifel ist
der neue Anfang erkennbar. Das LEBEN mit Christus, jetzt und über den Tod hinaus!

Dietrich Bonhoeffer sagt im Angesicht des Todes: Christus ist in die Welt gekommen, nicht, dass wir ihn be-greifen, sondern dass wir ihn er-greifen, und uns von ihm hinreißen lassen in das ungeheure Geschehen der Auferstehung.
Diese Gedanken können hineinführen in das folgende Gebet:

"Bitten am Ostermorgen"

  • Lass mich auferstehen aus meinen Ängsten, damit ich frei leben kann.
  • Lass mich auferstehen aus meiner Schuld,damit ich Vergebung erfahre.
  • Lass mich auferstehen aus meinen Grenzen,damit ich nicht an mich gebunden bin.
  • Lass mich auferstehen aus meiner Sattheit,damit ich meine Seele spüre.
  • Lass mich auferstehen aus meiner Ruhelosigkeit,damit ich Frieden finde.
  • Lass mich auferstehen aus Kälte,damit ich Wärme und Güte verschenken kann.
  • Lass mich auferstehen aus meiner Enge, damit ich selbstlos lieben kann.
  • Lass mich auferstehen aus dem Dunkel, damit Licht mein Leben durchstrahlt.
  • Lass mich auferstehen aus Starrheit, damit ich weit und offen werde für andere.
  • Lass mich auferstehen aus meiner Schwerfälligkeit, damit ich staunen und danken kann.


Auferstehen, aufbrechen, täglich. Wir sind erlöst. Halleluja!
Diese österliche Erfahrung wünschen Ihnen, mit allen Mitarbeitern,
Mitarbeiterinnen und Verantwortlichen in den Pfarreien:
Ihr Pfarrer Siegfried Beyrer mit Prälat Hans Frieß und Helmut Waldmann

"Dankbar rückwärts – mutig vorwärts – gläubig aufwärts ...!" 

„Herzlichen Dank“ möchte ich nochmals sagen ALLEN, die mir zu meinem 70. Geburtstag so viel Freude gemacht haben.
„Danke“ für alle Glückwünsche, den großartigen Pfarrfamilien-Nachmittag der 3 Pfarreien, den Gratulanten des Kindergartens... und vielen anderen.
„Danke“ für alle „symbolischen“ Geschenke und alle Geldspenden. Wie versprochen, habe ich die Summe von 1500,00 Euro an
Sr. Ingeborg Meroth nach Tello / Indonesien weitergeleitet.


Mit ihren 66 Jahren betreut sie eine Poliklinik = 1. Hilfe-Krankenstation, eine Nähschule, 2 Wohnheime für 84 Schülerinnen, rattert mit dem Moped zu Krankenbesuchen, begleitet und finanziert Krankentransporte ins Krankenhaus nach Sumatra und ist, in Zusammenarbeit mit dem Medizinmann , eine sehr überzeugende Vertreterin der christlichen Botschaft.
Sie bedankt sich - per E-mail- herzlich für Ihre Hilfe und ich soll Ihnen dankbare Grüße übermitteln!

Auch für die Überweisungen des Missionskreises über das Kloster Reute und private Spenden bedankt sie sich sehr herzlich!

Ihr Pfarrer Siegfried Beyrer



Unser Pfarrer ist 70

Zum Jahreswechsel, genauer gesagt am 30. Dezember 2010 feierte Pfarrer Siegfried Beyrer seinen 70. sten Geburtstag.
Die Pfarreien Altenstadt, Schwabbruck und Schwabniederhofen ließen den Jubilar gebührend hochleben.

An seinem Geburtstag wurde Pfarrer Beyrer von zahlreichen Gästen beglückwünscht. Darunter waren, unter anderem Bürgermeister Hadersbeck, der Gemeinderat und auch die Altenstädter Blaskapelle.

Zu den Besuchern gehörte auch der Altenstädter Pfarrgemeinderat, welcher mit einer Rose und einem kleinen Ständchen gratulierte. Viele Gäste, bepackt mit Geschenken und Glückwünschen bescherten Pfarrer Beyrer einen unvergesslichen Tag.

Am darauf folgenden Sonntag wurde aus diesem schönen Anlass ein Pfarrfamilien-Nachmittag in der Gaststätte Schäferwirt in Schwabbruck gefeiert. Pfarrgemeinderatsvorsitzende Marianne Anderle aus Altenstadt führte durch den dreistündigen Nachmittag, der kurzweilig war und voll mit musikalischen Beiträgen der Familie Nuscheler, der Schwabbrucker Musikkapelle und den vereinten Chören der drei Pfarreien. Es fehlte auch nicht an humorvollen Einlagen: so brachte der Pfarrgemeinderat aus Altenstadt einen Geburtstagspfarrbrief mit exklusivem Inhalt heraus, das Bild auf der Vorderseite ließ dies erahnen.
Von den Ministranten der drei Pfarrgemeinden wurde Pfarrer Beyrer ohne weiteres als Kirchturm zweckentfremdet. Als ein solcher mußte er sich einem TÜV unterziehen, dem gegen bestehende Holzwürmer im Gebälk ein besonderer Wasserschnaps verordnete wurde. Zu guter Letzt erhielt der „Turm“ dann aber doch das TÜV Siegel, „es wurden nur sehr geringe Mängel trotz des bestehenden Alters festgestellt“.
Der Schwabbrucker Pfarrgemeinderat eröffnete kurzerhand einen Laden in dem es ausschließlich Geburtstagsgeschenke für Pfarrer Beyrer zu kaufen gab und auf dem Schwabniederhofener Bauernmarkt entstand eine besondere Weinkreation. Schließlich handelt es sich beim Jubilar auch um einen besonderen Jahrgang.
Die Chöre der drei Pfarreien gratulierten Herrn Pfarrer Beyrer mit einem Kanon, außerdem erhielt er einen Taktstock geschenkt mit der Einladung zu einer Chorprobe bei der ausschließlich Kanon gesungen werden wird. Pfarrer Beyrer fungiert dabei als Dirigent.
Zu guter Letzt bedankte sich Pfarrer Beyrer noch bei allen Anwesenden für die schöne Gestaltung des Nachmittags und erinnerte sich an seinen Onkel Engelbert, in dessen Fußstapfen er mit seiner Berufung zum Priester getreten ist. Ein guter Schritt wie wir alle meinen!
„Viel Gesundheit, Lebensfreude und Gottes Segen!“, wünschen die drei Gemeinden Altenstadt, Schwabbruck und Schwabniederhofen.

 

Weihnachten 2010

Liebe Pfarrgemeinden von Altenstadt,
Schwabbruck und Schwabniederhofen!

Ungezählte Male wurde das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in der Geburt Jesu dargestellt. Zwei Bilder auf dem Pfarrbrief laden zum Nachdenken ein, weil auch wir uns ein „Bild machen“ sollten von der Bedeutung der weihnachtlichen Botschaft.

Auf der Vorderseite die „Geburt Jesu“, ein Altarbild der Meister von Sigmaringen Hans und Jakob Strubel, um 1500.
Keine Spur von „Alles schläft – einsam wacht“. Ein Gedränge von Engeln um das nackte Kind auf einem schneeweißen Leintuch.

Maria, in gläubiger Andacht versunken, mit vornehmem Gewand, offenem Haar und Heiligenschein.

Josef, eher im Hintergrund, mit ernstem, sorgenvollen Blick.
Er hütet und schützt das flackernde Licht seiner Kerze.

Ochs und Esel sind merkwürdigerweise in der Mitte des Bildes dargestellt.

Zwei Hirten an der Tür müssen sich wohl noch entscheiden.
Der eine faltet die Hände und scheint zu ahnen, was sich hier ereignet. Der andere, eher skeptisch und grimmig, wird wohl gleich weggehen. Er hält sich heraus, es geht ihn nichts an.

Das Bild auf der zweiten Seite zeigt ein Foto von der Geburtsgrotte in Bethlehem.
Ein silberner Stern in einer muffigen Grotte, flackernde Öllampen und zu jeder Jahreszeit von Christen verschiedenster Nationalität in allen Weltsprachen gesungen: „Stille Nacht, Heilige Nacht ...“

Man muss sich zweimal bücken, wenn man diesen Ort der Geburt Jesu besuchen will. Der Eingang zur Geburtskirche wurde in der Zeit der Kreuzfahrer in ein niedriges Schlupfloch verwandelt, um das Eindringen von Ungläubigen „Hoch zu Ross“ zu verhindern.

Auf dem Fußboden der Grotte befindet sich ein silberner Stern, der ein Loch umgibt. An der leeren Stelle, da wo „Es“ war, ist nichts zu begreifen, zu berühren, oder beweisbares zu sehen.

Die 14 Zacken des Sterns erinnern an 14 Kreuzwegstationen, die fromme Tradition auf Kalvarienbergen nachempfunden hat. Jesu Kreuzweg beginnt mit seiner Geburt und endet auf Golgotha, vollendet sich aber in seiner Auferstehung.

Seine Einladung, ihm nachzufolgen, und mit ihm verbunden zu bleiben gilt für alle Zeiten.

Weihnachten ist also kein längst vergangenes Ereignis, sondern wird zur Gegenwart, wenn wir IHN bei uns ankommen lassen.
„Euch ist heute der Heiland geboren, Christus, der Herr!“

Gesegnete Weihnachten wünschen Ihnen

Ihr
Pfarrer Siegfried Beyrer

mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Pfarreien
Weihnachten 2010 – Neujahr 2011

 

Herbst 2010

Liebe Gemeinde von Altenstadt,
Schwabbruck und Schwabniederhofen!

Türme sind Orientierungspunkte in einem Stadtbild und Wahrzeichen einer Gegend.
Berühmt ist der „Vedetta“ auf der Insel Malta, ein Turm auf der Bastion von Valetta. - Er bietet einen grandiosen Überblick über den Hafen und die Befestigungsanlagen der Stadt.

Auf dem Turm sind als Steinreliefs
ein Ohr, ein Auge und ein Pelikan eingemeißelt.

Die Herrscher Maltas, die „Johanniter“ bzw. „Malteser“, hatten ein gewaltiges Bollwerk zum Schutz des Abendlandes vor der Eroberung durch den Islam errichtet.

Als „Ritter vom Dienst“ stellten sie ihre Aufgabe unter die Symbole der Wachsamkeit:
„ganz Auge und Ohr sein in der Opferbereitschaft des Pelikans.“

Er galt in der religiösen Symbolik als ein Tier, das seine Jungen mit dem eigenen Blut ernährte und sich für sie opferte, wie Christus durch seinen Tod am Kreuz sich für uns Menschen geopfert hat.

Dieser Pfarrbrief am Ende der Ferien und des Urlaubs und im Blick auf Gegenwart und Zukunft lädt uns ein:

„Augen auf“ im dankbaren Rückblick auf das, was wir geschafft haben und was wir nicht übersehen sollten angesichts der Herausforderungen in unserer Gemeinde und in der Begegnung mit den Mitmenschen.
„Ohren auf“ für die Einladungen im kirchlichen Bereich , in den Angeboten der Gemeinde und auch für die Hilferufe jener, die verstummt sind in unserer vorlauten und oft alles übertönenden Gegenwart.

Lassen Sie sich doch einfach folgende Zeilen
durch den Kopf gehen:
•Nimm dir Zeit zu lesen – es ist die Grundlage für Weisheit
•Nimm dir Zeit nachzudenken, es ist die Quelle der Kraft
•Nimm dir Zeit zu spielen, es ist das Geheimnis, um jung zu bleiben.
•Nimm dir Zeit still zu sein, es ist eine Gelegenheit, Gott zu suchen.
•Nimm dir Zeit freundlicher zu sein, es ist der Weg zum Glück.
•Nimm dir Zeit zu träumen, daraus besteht die Zukunft.
•Nimm dir Zeit zu beten, es ist die größte Macht auf Erden.


Behüt‘ Sie Gott!

Ihr
Pfarrer Siegfried Beyrer
im Namen aller Teams unserer 3 Pfarreien

 

 

Ostern 2010

Liebe Mitchristen in den Pfarreien
Altenstadt, Schwabbruck, Schwabniederhofen

Was es doch nicht alles gibt!

Früher schnitzten Verliebte ein Herz als Zeichen ihrer Zusammengehörigkeit in die Rinde eines Baumes oder in eine Parkbank. Außer einer Sachbeschädigung lässt sich aber die Nachhaltigkeit einer solchen Liebeserklärung nicht nachweisen.

Heute kann man auf der „Hohenzollernbrücke“ in Köln auf der stählernen Brückenbrüstung „Vorhängeschlösser“ entdecken mit den Namen von Verliebten . Sie schwören sich „ewige Treue“
und werfen den Schlüssel in die Fluten des Rheins.
Der verschweigt für immer, was sich da weiter entwickelt hat im Fluss der Zeit.

Der FLUSS erinnert mich an die griechische Mythologie. Die Toten werden in der Unterwelt vom Fährmann ACHARON über den Fluss STYX gebracht. Er bekommt dafür einen OBOLUS , der dem Toten auf die Zunge gelegt wurde. ZERBERUS, der Höllenhund bewachte den Eingang und machte eine Rückkehr in das Reich der Lebenden unmöglich.

Das Christentum löst die Vorstellungen der Antike ab. Zum Geheimnis des Todes haben alle Kulturen und Religionen nach Antworten gesucht.

Der Gedanke an den sicheren Tod ängstigt uns und stellt viele Fragen, die ohne befriedigende Antwort bleiben. Manche wünschen sich in der Trostlosigkeit ihres Daseins den Tod, andere setzen alles daran, noch ein wenig Lebenszeit zu gewinnen. Aber irgendwann fällt das Tor des Todes zu und bleibt verschlossen.
Das Bild auf dem Pfarrbrief zeigt eine TÜR im Kontrast zwischen hell und dunkel, zwischen draußen und drinnen. Die geöffnete Tür lädt ein, in die geheimnisvolle Welt des Glaubens einzutreten.
Auf der Tür ist das CHRISTUS – ZEICHEN , die ersten beiden Buchstaben in der griechischen Schreibweise.
Im Hymnus des Philipperbriefes bekennt Paulus: „Er war Gott gleich hielt aber nicht daran fest, sondern entäußerte sich und erniedrigte sich bis zum Tod am Kreuz. Darum hat Gott ihn erhöht ... in das Licht seiner Herrlichkeit.“

Deshalb singen wir auch in unseren Gottesdiensten: „Jesus lebt, mit ihm auch ich. Tod, wo sind nun deine Schrecken?“ Er verklärt mich in sein Licht. Dies ist meine Zuversicht.“

ER, Christus, ist die TÜR geworden, die geöffnete Tür ins LICHT. ER ist der Schlüssel, der den Zugang öffnet zum Leben.

Erinnern Sie sich an den Anfang dieses Textes:
Die „LIEBES-SCHLÖSSER“ am Rhein bleiben an der Brückenbrüstung, die Schlüssel werden ins Wasser geworfen, um den Willen zu einer lebenslänglichen Verbindung zu besiegeln.

Durch die Taufe gehören wir zu Christus.
In der Osternacht erneuern wir unser Taufversprechen: IHM soll unser GLAUBE, unsere HOFFNUNG und unsere LIEBE und TREUE gehören.

Ein gesegnetes Osterfest wünschen Ihnen
im Namen der Mitarbeiter/innen und Verantwortlichen in
unseren Pfarreien:

Siegfried Beyrer,
Hans Frieß und
Helmut Waldmann

 

Weihnachten 2009

Gott streckt sich aus nach dir

Weihnachten 2009 – Neujahr 2010

Liebe Mitchristen in den Pfarreien
Altenstadt, Schwabbruck und Schwabniederhofen!

Wer ein Bild anschaut und sich in die Vision des Künstlers versetzt, der ist „im Bild“, er versteht oder entdeckt die eigentliche Botschaft des Bildes.

Gott streckt sich aus nach dir. Eine mittelalterliche Buchmalerei aus Italien bringt das Geschehen der Weihnacht ins Bild.

Eine Höhle, ein Mauerring, das Dunkel der Welt und des Todes. Auf dem harten, bloßen Boden ein nacktes Kind, das die Arme ausstreckt und um zärtliche Nähe und liebevolle Geborgenheit bittet.

Scheinbar zögernd und hilflos halten Maria und Josef ihre Hände dem Kind entgegen. Vielleicht bedrängt sie die bange Frage: Was kommt da auf uns zu? – später sagt der greise Simeon im Tempel: „Ein Schwert des Schmerzes wird deine Seele durchdringen.“

BLAU symbolisiert den Himmel. Gott hat Maria auserwählt zur Mutter seines Sohnes und Maria sagt: Mir geschehe nach seinem Wort.

ROT ist das Gewand von Josef. Es ist die Farbe der Erde. GRÜN ist die Farbe der Natur und des Lebens.

„Gott wird geboren als ein Kind im Stalle ...“ – singen wir an Weihnachten.
Die Menschwerdung Gottes auf dieser Welt ist unbegreiflich. Nackt und schutzlos liegt das Kind auf der blanken Erde und streckt seine Arme aus.

„Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.“ Joh. Evangelium

Und wenn wir auf den harten Boden der Wirklichkeit von Heute schauen, dann begegnen uns die ausgestreckten Hände in den Botschaften vom Elend der Welt: Hungernde, Aidskranke, Verwaiste, Arbeitslose, Verzweifelte, Arme, Einsame, Sterbende.

Vielleicht wäre es uns doch lieber, nicht damit in Berührung zu kommen. In den Personen von Maria und Josef entdecken wir uns selbst. Die ausgestreckten Arme Jesu bitten: Greif doch endlich zu, pack an, tu was dir möglich ist.

Dann wird es Weihnachten, wenn wir Ihn annehmen und uns von Ihm annehmen lassen – Ihn lieben und uns von Ihm lieben lassen. Dann erfüllt sich, was auf dem Spruchband der Engel steht: Gloria in Excelsis Deo ... Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden, die guten Willens sind. Euch ist der Heiland geboren, Christus der Herr.

Herzliche Grüße und gesegnete Weihnachten
im Namen der Mitarbeiter/innen und Verantwortlichen in unseren Pfarreien

Ihr
Pfarrer Siegfried Beyrer mit Hans Frieß
und Helmut Waldmann

 

Herbst 2009

Liebe Pfarrangehörige von Altenstadt, Schwabbruck und Schwabniederhofen!

Auf einer Dombaustelle wurden Arbeiter gefragt: „Was tun sie hier?“ Der Erste sagte: „Ich behaue Steine.“ – Der Zweite: „Ich verdiene meinen Lebensunterhalt“. Der Dritte: „Ich baue mit am Dom.“

Wir renovieren nicht nur kostspielig ein altes denkmalgeschütztes Gebäude. Unsere Basilika ist eine Herausforderung, das übernommene Erbe in der heutigen Generation zu bewahren und für die Zukunft zu erhalten.

TÜRME haben Menschen immer schon fasziniert. Der Turm zu Babel sollte bis in den Himmel reichen. Ja, der Mensch wollte durch eigene Leistung größer sein als Gott. „Aber Gott schaute auf das Machwerk der Menschen herunter und lachte“. Er verwirrte ihre Sprache – die Fähigkeit zur Kommunikation – und das Werk scheiterte unvollendet.

Immer wieder waren Türme Herrschafts- und Machtsymbole der Menschen. Zum Beispiel die Geschlechtertürme von San Gimignano, die Türme der Schlösser und Burgen des Mittelalters, die heutigen Wolkenkratzer der Großstädte, das zerstörte World-Trade-Center in New York, die sündhaft luxuriösen Hoteltürme der Ölscheichs in Dubai.

Auch KIRCHTÜRME vermitteln etwas von Macht und Reichtum der Fürstbischöfe, Klöster und Städte und ihrer Zünfte. Letztlich aber dienen sie der Verherrlichung Gottes und gelten als Wahrzeichen des Glaubens und als Finger nach oben, über unser iridisches Leben hinaus, hin zu Gott.

Die TÜRME VON ALTENSTADT haben eine interessante Geschichte. 1196 wurde die Basilika gebaut, im 30-jährigen Krieg sind beide Türme durch Brandstiftung ausgebrannt. Am 6. November 1667, am Allerseelentag, stürzte ein Teil des Nordturms ein.
1672 gab der hochfürstlich augsburgische Generalvikar im Namen seines gnädigsten Herrn Johann Christoph, Bischof zu Augsburg, die Zustimmung zur Renovierung. Er zitiert ein Gutachten des Maurermeisters Hannes Gannenbacher, der sich getraut, „den Turm mit Gottes Hilf wiederaufzubauen und - wann man ihn schon nicht abträgt - aus der Not zu helfen“.

Der Bürgermeister von Schongau schließt einen Vertrag, „wonach die Altenstadter alle Baumaterialien selbst herbeischaffen sollen; und wenn der erste Stein aufgerichtet und gelegt wird, soll seinen Leuten ein Trunk erteilt werden“. Der Baumeister verspricht, „ein bestandhaftiges Werk zu machen, damit es dem lieben St.-Michaels-Gotteshaus zum Besten gerate“.

Der Turm ist saniert, die Technik für die Glocken wird zur Zeit montiert.
Fast hätten wir uns an das „Tonbandgeläute“ gewöhnt, aber wir sind sehr froh darüber, dass in wenigen Wochen „unsere Glocken“ wieder im Original erklingen werden.

Geschichtlich sind in Altenstadt um 1700 Glocken nachweisbar. 1881 wurden von der Firma Hamm, Augsburg, 5 Glocken gegossen.

Während des 1. Weltkrieges, 1917/18, sollten die Glocken von den Türmen abgenommen und für Kriegszwecke missbraucht werden.
Dem damaligen Pfarrer Ott gelang es, die Ablieferung zu verhindern, mit dem Hinweis auf den hohen Kunstwert des Geläutes.

Im 2. Weltkrieg war alles Bemühen umsonst. Die 3.-größte (Silvester) und die kleinste Glocke (Donatus) durfte im Turm bleiben. Die große Glocke (St. Michael), die 2.-größte (Heilige Maria) und die 2.-kleinste (Sebastian) waren nicht zu retten.

Auf den Hinweis, dass bei der Abnahme Gefahr für die romanischen Bögen am Turm bestehen würde, wurde verfügt, dass die Glocken im Turm zerschlagen und für das Einschmelzen abgeliefert werden müssten. Am 4. Mai 1942 schlug die bittere Stunde des Abschieds, die Gemeinde war total erschüttert und auch viele Männer weinten. – So berichtet Pfarrer Josef Ott.

Im Heiligen Jahr 1950 konnten neue Glocken bei der Firma Hamm, Regensburg, in Auftrag gegeben und am 25. April 1951 feierlich geweiht werden.

Voraussichtlich am Christkönig-Fest können wir den Abschluss der Renovierung des Nordturmes mit einem lang anhaltenden Glockengeläute und einem festlichen Gottesdienst feiern.
So, wie 1672 versprochen, ist auch bei der derzeitigen Renovierung „ ein bestandhaftes Werk vollbracht worden, dem lieben St.-Michaels-Gotteshaus zur Ehr und der Gemeinde Altenstadt zur Freude“.

Großes Lob und dankbare Anerkennung gebührt allen beteiligten Firmen, den Ämtern und Behörden, dem Diözesan-
bauamt, der Gemeinde Altenstadt und, besonders unserer Kirchenverwaltung, mit H. Richard Kögl und H. Hubert Brunner, sowie allen freiwilligen Helfern und großzügigen Spendern.

Ihr Pfarrer
Siegfried Beyrer

 

 

Ostern 2009

Liebe Gemeinde von
Altenstadt, Schwabbruck und Schwabniederhofen!

Die alte Römerstrasse Via Claudia Augusta ermöglichte den Menschen diesseits und jenseits der Alpen als Soldaten, Kaufleute, Reisende, Pilger und Missionare gefährliche Gebirgspässe zu überwinden. Dabei verloren viele ihr Leben.

Später wurden Tunnel gegraben und Felsen gesprengt, so dass der Weg durch die Berge hindurch möglich wurde. Trotzdem waren sicher alle sehr froh, wenn sie wieder ans Licht kamen und das Dunkel hinter sich hatten.

Da müssen wir durch!“ – so sagen wir im Blick auf ein Problem, eine schwierige Krise, ein unabsehbares Risiko. Der TOD ist das letzte, tot sichere Ereignis des Lebens, auf das wir alle zugehen.

Da müssen wir durch!“ – durch das Dunkel der Fragen, Ängste, Ratlosigkeiten, auch der Glaubens-zweifel, der drohenden Verzweiflung und Verlassenheit im Tod.

So auch JESUS: Er kämpft am Ölberg gegen die Einsamkeit in seiner Not und bittet den himmlischen Vater und seine Jünger um ihren Beistand.

Schließlich stirbt er am Kreuz, umgeben von zwei Verurteilten. Einer von ihnen, DISMAS hieß er nach der Überlieferung. Er ahnt etwas von der wirklichen Größe Jesu und bittet: Denk an mich, jenseits der Schwelle des Todes! Er bekommt die Zusage Jesu: „Heute noch wirst du mit mir in meinem Reich sein!“

Das FOTO auf diesem Pfarrbrief zeigt einen Grabstein, aus dem ein Kreuz heraus gebrochen wurde – glatt, exakt, problemlos.

Dieses Kreuz gibt den Blick frei auf eine dahinter liegende Grünfläche und auf Frühlingsblumen. „Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen...“ heißt es in einem Lied.

Nach der langen Winterstarre zeigt sich neues Leben im Kreislauf der Natur, ihrem Absterben und Neubeginnen, ihrer Verwandlung und Vollendung. Auch der Lebenslauf des Menschen ist dieser Gesetzmäßigkeit unterworfen. Sogar die Geheimnisse unseres Glaubens finden darin eine anschauliche Deutung.

Der Apostel Paulus sagt: „Ihr seid durch die Taufe“ – und das frühere Untertauchen im Wasser – „mit Christus gestorben und auferweckt mit ihm zu neuem Leben.“ Die Taufe wird dadurch zur „zweiten Geburt“ und verbindet uns mit Jesus Christus in der Gemeinschaft der Kirche.

In ihr sind wir auch hinein genommen in das Geheimnis der „VERWANDLUNG“. In der Feier der EUCHARISTIE erfüllen wir den Auftrag Jesu: „Tut dies zu meinem Gedächtnis: Nehmet, esset und trinket… das ist mein Leib und mein Blut, hingegeben für Euch!“ Die Liturgie der Hl. Messe nennt diesen Augenblick „WANDLUNG“. Aber aus dem momentanen Geschehen soll eine weitere Ver-wandlung folgen: Unser Glauben, Hoffen und Lieben in der Nachfolge Jesu im Alltag des christlichen Lebens.

Auf die Frage: „Was ist das Wichtigste in der Hl. Messe?“ – wusste ein Kenner des Katechismus: „Die Wandlung!“ „Und was ist das Wichtigste im Christ-sein?“ – „Dass alles so bleibt, wie es immer war!“

Wie das Kreuz aus der Steinplatte herausgearbeitet wurde und einen „DURCHBLICK“ ermöglicht auf die Botschaft von der Auferstehung, so fordert uns unser Leben heraus, die Botschaft des Todes und der Auferstehung Jesu als eine verwandelnde Kraft für unser Leben zu entdecken.

KARFREITAG UND OSTERN – TOD UND AUFER-STEHUNG – „Da müssen wir durch!“ Jesus ist uns vorangegangen! So können wir in Freude singen:
„Hilf, Gott, dass wir in dieser Zeit mit Leib und Seele froh bereit uns dir zum Opfer bringen! Damit wir alle neu erlöst, am österlichen Freudenfest das Halleluja singen!“

Ihr
Pfarrer Sigfried Beyrer
Prälat Hans Frieß
Helmut Waldmann

 

Weihnachten 2008

Liebe Mitchristen in den Pfarreien
Altenstadt, Schwabbruck und Schwabniederhofen!

„GEBURT CHRISTI“ nennt sich das Detailbild in einem Altar des Kölner Doms aus der Zeit von 1350. Der unbekannte Meister malt das göttliche Kind genau in die Mitte zwischen Ochs und Esel, Maria und Josef. Alle vier verharren im Staunen. Maria und Josef falten mit abgewandtem Blick anbetend die Hände.

Dagegen ist das neugeborene Kind schon recht munter. Es beugt sich aus der Krippe und will Maria liebkosen. Zutraulich sucht Jesus die Nähe seiner Mutter. Der heilige Josef ist eher – wie meist in der Hl. Schrift – am Rand des Geschehens.

Doch ich frage mich: Warum stehen Ochs und Esel so im Mittelpunkt des Bildes und sind dem Maler offensichtlich genauso wichtig, wie die Eltern des Kindes? Die Evangelisten haben, außer Lukas, keine bildhafte Weihnachtsgeschichte und auch bei Lukas finden wir kein Wort von Ochs und Esel.

Einen Hinweis entdecken wir im Alten Testament, 700 Jahre vor Christus, im Buch des Propheten Jesaja. Bereits im ersten Kapitel, Vers 3, sagt Gott durch ihn: „Sie haben den Herrn verlassen und ihm den Rücken gekehrt. Der Ochs kennt seinen Besitzer und der Esel die Futterkrippe seines Herrn. Du aber, Volk Israel, erkennst mich nicht und hast keine Einsicht!“

Der Prophet vergleicht also, als Verkünder der Botschaft Gottes, das Volk Israel mit dem Verhalten von Ochs und Esel. Sie wissen, zu wem sie gehören, wer sich um sie kümmert, wem sie auch ihr Leben verdanken. Die Künstler haben die Bibel gekannt und ihre Bilder waren eine Predigt für Menschen, die damals meist nicht lesen und schreiben konnten. Sie sollten sich durch die Bilder „ein Bild machen“, eine Vorstellung bekommen vom Geheimnis von Weihnachten.

Im Gegensatz zu Ochs und Esel ist der Mensch oft undankbar und ablehnend gegenüber der Botschaft vom Heil. Das Johannes-Evangelium formuliert: „Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Jenen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden.“

„Kinder Gottes“, weil Gott unser aller Vater ist, und Jesus Mensch wurde und dadurch unser aller Bruder.

Papst Leo der Große hat in einer Weihnachtspredigt den Satz gesprochen: „Mensch erkenne Deine Würde.“ ER schenkt uns Heil, der Heiland der Welt. Seine Liebe verpflichtet uns, Liebe weiter zu schenken. Darum gilt nach wie vor der weihnachtliche Appell: „Machs wie Gott: Werde Mensch!“

Gesegnete Weihnachten und Seine spürbare Nähe im Neuen Jahr

Ihr Pfarrer
Siegfried Beyrer
mit allen Mitarbeitern/innen und Verantwortlichen in unseren Pfarreien.

 

Herbst 2008

 

Liebe Pfarrgemeinden von Altenstadt, Schwabbruck und Schwabniederhofen

 
Jede Woche sind im Kirchenanzeiger die Kirchen der drei Pfarrgemeinden in ein „Labyrinth“ integriert. Haben Sie das schon einmal beachtet?
Das antike LABRINTH führt uns nach Kreta. Dort gab es einen Irrgarten, ein verzweigtes Gangsystem in Knossos, im Palast des kretischen Königs Minos. Einem Ungeheuer, dem Minothauros, wurden Menschenopfer dargebracht, bis der Königssohn Theseus, der ihn mit Hilfe von Ariadne, der Tochter des Königs Minos, besiegte. Sie gab ihm einen Faden und ein Licht. Damit konnte er das Ungeheuer besiegen und einen Ausweg aus dem Irrgarten finden.

Im Mittelalter finden sich Labyrinthe in gotischen Kathedralen, z.B. in Chartres. Dort ist ein Fußboden-Mosaik – nicht als Irrgarten ohne Ausweg – sondern als ein Weg, den man zu Fuß nachgehen konnte und der zur Mitte führte. Allerdings gab es immer wieder Sackgassen und Kreuzungen, die eine Umkehr und eine Neuorientierung notwendig machten und viel Geduld erforderten, bis man endlich in der Mitte ankam – „so, wie im wahren Leben“! Der Weg in die Mitte bedeutet im christlichen Denken Selbstfindung und Begegnung mit Gott.

Ähnlich wie beim Labyrinth, finden sich ROSETTEN, kreisrunde farbige Fenster, in vielen gotischen Kirchen. Überaus prächtig und eindrucksvoll zeigen sie Szenen aus den Evangelien, aus dem Leben der Gottesmutter oder der Heiligen.

Das strahlende Licht der Rosette verkündet die Heilsbotschaft des Glaubens oder symbolisiert die „Vollkommenheit der sich nach allen Seiten ausbreitenden Liebe Gottes“ und das „Tor zum Himmel“.

Was sich außen als schwarze Fensterfläche darstellt, leuchtet auf, wenn die Sonne hindurch scheint, und fasziniert durch die Fülle von Farbe und Licht.

Die Aussage eines Kindes: „Ein Heiliger ist einer, durch den die Sonne scheint“, kommt wohl aus der Erfahrung eines farbigen Glasfensters. Wie das Licht die farbigen Scheiben zum Leuchten bringt, so leuchtet im Leben der Heiligen Christus auf und so soll auch durch uns etwas aufleuchten von Christus, der sich als das „Licht des Lebens“ bezeichnet hat.

Für das Ende unseres Lebens- und Glaubensweges ist uns die Vollendung in der Herrlichkeit der Auferstehung mit Christus verheißen.

„Der Weg ist das Ziel“ – sagt ein Sprichwort.
Damit sind wir eingeladen, die Wegstrecken unseres Lebens- und Glaubensweges, unsere Begegnungen miteinander und die Glaubenserfahrungen unseres Christseins bewusst wahrzunehmen und immer neu aufzubrechen, bis wir einmal bei IHM ankommen.

Ihr
Pfarrer Siegfried Beyrer